Municorn goes Andalucía

Warum ich mitten im Winter nach Spanien fahren wollte? Warum die Tage zwischen den Jahren und Silvester in einem beschaulichen andalusischen Bergdorf verbringen, wo doch Nebensaison ist und nicht mal Badewetter? Und zuhause Familiy and Friends, Parties, Einladungen und After X-Mas Shopping in der City geboten sind?  Ein Fragezeichen stand auch Mr. X. ins Geischt geschrieben als ich ihm Mitte Dezember meine ziemlich kurzfristigen Reisewünsche eröffnete. Aber erstens nutze ich die Tage um Silvester immer gerne zum wegfahren, weil ich das Geböller eh nicht brauche und man nach Weihnachten schon so schön im Enstpannungs-Modus ist. Und zweitens hege ich eine große Spanienliebe. Mehr als zwei Jahre ohne einen Spanien-Trip halte ich nicht aus, und es war mal wieder so weit. Als dann kurz vor Weihnachten plötzlich bezahlbare Flüge nach Malaga verfügbar waren, habe ich Mr. X. endgültig überredet, eingepackt und für sechs Tage in ein andalusisches Bergdorf verschleppt.

Dort war er dann auch schnell davon überzeugt, wie gut die Idee war. Wir sind beide immer noch ganz verzaubert von unserer kleinen Spontan-Flucht. In Andalusien war ich schon einmal, die weißen Dörfer kannte ich bisher nur von einem Tagesausflug. Auf den Ort Gaucín bin ich über die Recherche nach einer Unterkunft gekommen. Ich habe die Website vom „Molino del Carmen“ gesehen, und mich sofort in die Fotos verliebt. Eine alte Mühle, liebevoll restauriert von einer Künstlerin. Sie vermietet Appartments verschiedener Größen, alle geschmackvoll und individuell im spanisch-arabischen Stil eingerichtet. Gaucín schien mir auch praktisch, weil so ein Dörfchen im Winter seinen normalen Alltag weiter lebt. In einem halb leer stehenden Touri-Zentrum an der Costa del Sol stelle ich mir so einen Trip dann auch nicht so idyllisch vor.

Die Website  hat nicht zu viel versprochen. In unserem Appartment Escamos Villa haben wir uns rundum wohl gefühlt. Und trotz Self-Catering kam ich mir beim Aufwachen im Schlafzimmer mit Himmelbett und Mosaik-Waschbecken immer ein bisschen wie eine maurische Pinzessin vor, die erhaben ihren Blick bis runter zur afrikanischen Küste schweifen lässt, wenn die helle Sonne des Südens mit ihrer ganzen Kraft über die Berge lugt. Was für ein traumhafter Start in den Tag!

Aber auch abends war es super gemütlich. Am offenen Kamin ein Glas Rotwein in der Hand, im Hintergrund die Lichter der marokkanischen Hafenstadt Tanger glitzernd, klingen die Tage mindestens genauso schön aus. Hach ja, ist es nicht toll im Urlaub mal ganz entspannt geschlechtliche Rollenklischees auszutoben? Sie wacht morgens auf, und bildet sich ein, eine Prinzessin zu sein, er beendet Tag ganz maskulin, schleppt Holz nach Hause und entfacht das perfekte Kaminfeuer. Bis sie dann aufsteht und Frühstück macht und er vom Rauchmelder eines besseren belehrt wird;-) Ne ernsthaft, wir haben dann gleich die Abzugs-Klappe im Kamin gefunden und da ich ja sowieso gerne die Küchenfee bin, gabs nicht wirklich ein Problem :)

Gaucín liegt recht zentral in Andalusien, zum Flughafen Malaga sind es ca. 1,5h Fahrtzeit. Ein Mietauto für den gesamten Aufenthalt würde ich unbedingt empfehlen, denn die Gegend und die Städte haben viel zu bieten. Allerdings darf man bei den Fahrten die schmalen Serpentinen-Straßen im Bergland nicht unterschätzen. Die Strecken sind kilometer-mässig zwar überschaubar, aber man braucht doch recht lange um von A nach B zu kommen.  Von der Küste geht es schnell hoch in die Berge, in einer recht kargen fast wüstenähnlichen Landschaft, die Serranía de Ronda. Gaucín liegt zwischen der Küste und der historischen Stadt Ronda.

Bis man nach Ronda kommt, das auf einen Felsen über einer Schlucht erbaut wurde, wird es immer immer höher und karger. Eine spektakuläre Brücke verbindet die historischen Stadtviertel über die Schlucht hinweg. Einen Spaziergang darüber zu den  terassenförmigen Parkanlagen an der Stadtmauer mit dem weiten Ausblick auf das Hinterland und zur Schlucht kann ich auf jeden Fall ein empfehlen. Vor allem, wenn die Felsen gelb im Sonnenlicht leuchten.

Das Licht war überhaupt ein ganz wichtiger Glücksfaktor für mich in diesem Urlaub. Die Sonne hat mit der Nähe zu Afrika eine ganz besondere Kraft und bis sie untergeht dauert es viel länger als im dunkeln deutschen Winter. Es tat so gut mit kurzen Ärmeln draußen zu sitzen und an der Strandpromenade seinen Kaffee zu trinken oder die kleinen spanischen Bierchen zu den Tapas im Sonnenschein. Natürlich waren wir auch am Meer und haben nicht nur den Weg zur Costa del Sol in der Nähe, sondern auch zur Costa de la luz an die Atlantikküste auf uns genommen.

Hier sind die Strände noch ein bisschen feiner und es lohnt sich, einen Abstecher nach Cádiz zu machen. Die älteste Stadt Europas, die auf einer Halbinsel liegt. Dort schlendert man durch die schmalen Gässchen oder probiert den landestypischen Sherry. Abends ist es wiederum ein Erlebnis, an der Stadmauer entlang zu spazieren. Denn die grenzt rundherum ans Meer, in das die Sonne versinkt. Mal eine andere Beschäftigung für einen Silvester-Nachmittag.

Aber auch wenn es der Wettergott nicht immer gut mit uns meinte, und es am Ende bewölkt und etwas regnerisch war, blieb uns die Helligkeit und die schöne Stimmung erhalten. Nach einem Regenschauer fühlt sich eine Stadt oft ganz eigen beruhigt an, so haben wir es bei unserer Ankunft in Sevilla emfpunden. Konnte natürlich auch an der beginnenden Siesta um 14:00 liegen ;-) Ich war schon zum dritten Mal in Sevilla und bin jedesmal aufs Neue begeistert.

Gerade im Winter, wenn ich, ganz deutscher Touri, entzückt um die voll behangenen Orangenbäume herumtanze und jede zweite Palme fotografieren will. Historische Gebäude und Kulturelles gibt es zu Hauf und ich kann mich noch gut an die Faszination erinnern, die die Gärten des Alcazar bei meinem ersten Besuch auf mich ausübten. Dahin haben es wir diesmal leider nicht geschafft, dafür waren wir auf dem Parasol. Ein neueres Wahrzeichen von Sevilla. Mitten in der Altstadt steht ein helles Konstrukt moderner Architektur. Man fragt sich zwar , wie das Ding jetzt hier rein passt, ist man dann oben und genießt die Aussicht, wenn man über die Holzlammellen spaziert, macht es dann doch ziemlich Spaß. Ansonsten kann man natürlich in Sevilla das gleiche machen, wie in jeder spanischen Stadt auch: Tapas snacken, draußen sitzen, bummeln, das Leben genießen.  Ich hoffe ihr versteht jetzt ein bißchen meine Liebe zu diesem Land, und vielleicht habe ich euch ja ein paar Inspirationen und Anstöße für euren nächsten Urlaub gegeben. Wart ihr auch schon mal in Andalusien und was hat euch am Besten gefallen? Gibt es auch ein Land, das euch nicht loslässt und wo ihr immer wieder hin fahren wollt?

Saludos y besitos, *thea

Advertisements

6 Kommentare zu „Municorn goes Andalucía“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s