Wiesntrends 2014 // Blumenkranz DIY

Hallo ihr lieben, ich wünsche euch einen wundervollen Sonntag morgen! Für die Münchner gings gestern wieder los. Für Fans wie auch genervte Anwohner ein unvermeidliches Event, das sich nicht ignorieren lässt: Die Wiesn. Ich bin mir nicht sicher ob ich als Nicht-Münchnerin so ein großer Wiesn-Fan wäre. Sich frühmorgens in den Zug zu setzen, schon betrunken ankommen und sich dann Samstag morgens vors Zelt zu stellen ist glaube ich nicht so mein Ding. Aber es geht auch anders. Sonntagnachmittags gediegen drüber schlendern und dann so langsam ins Zelt gehen, ohne großes Gedränge. Die letzten Spätsommerstrahlen im Biergarten genießen und mit Fremden und Freunden anstoßen, dabei wirken alle mit den Trachten irgendwie festlich und ordentlich angezogen. Nun ja die meisten zumindest. Nicht umsonst wird immer mehr über den „Trachtnfasching“ geschimpft. Aber auch wenn damit alle ein Gefühl von Einheit und Zugehörigkeit haben, will man sich ja irgendwie trotzdem individuell im eigenen Stil kleiden.

Deswegen gabs über die Jahre hinweg ja auch so manchen Trend. Eigentlich komisch, wenn man darüber nachdenkt, dass der Sinn der Tracht ja die traditionelle klassische Kleidung ist und das Gegenteil von einem Modetrend. Aber man will ja auch nicht immer das gleiche anziehen und ein paar frische Akzente können ja auch nicht schaden. Ich habe dieses Jahr beobachtet, dass es einerseits zurück zu ganz klassischen Modellen und Schnitten geht, andererseits aber auch die Schaufenster voll von schicken Dirndln und teilweise protzigen Accessoires sind. In jeder Trachtenabteilung hängen Petticoats und es gibt viele Applikationen mit Brokat und Seide. Nachdem ich in den ersten Jahren meines München-Daseins erst mal total begeistert vom Dirndl an sich war: „Huch ich habe ja Brüste!“ und „Eine Taille habe ich ja auch!“ war ich bei den Trends nicht weiter anspruchsvoll. Ich habe mich dann eher auf die Optimierung dieser Faktoren konzentriert. Nachdem ich jetzt drei solche Modelle im Schrank habe, habe ich mich dieses Jahr aber für die Version „natürliche Schönheit“ entschieden.

Ich habe ein Second Hand Dirndl gesehen, das wie gemacht für meinen Farbtyp ist, ich war sofort verliebt und musste es haben! Der Schnitt ist aber auch Second Hand und so musste ich mich dann nach einem konspirativen Näh-Treffen mit Mama und Schwesterlein von einem Dekolleté verabschieden. Aber dann habe ich die traditionellen hochgeschlossenen Blusen entdeckt und war hin und weg. Ich finde das ist wirklich mal was anderes – und so habe ich mich gegen Brokat, Petticoat und Sexyness aber für die schicke Trachtenbluse und Natürlichkeit entschieden. Gegen einen neuen Trend konnte sich mein Hippie-Herz dieses Jahr aber nicht erwehren: Der Blumenkranz. Ich liebe Stirnbänder und Kränze in allen Formen, und habe es eigentlich nur deswegen bedauert, dass ich kein Festival-Gänger bin.

Aber dann ist mir eingefallen, dass Blumen bei Trachten ja auch immer eine große Rolle spielen und zack war er gemacht, der Blumenkranz. Dafür bin ich einfach ins Depot marschiert und habe mir rote Kunstblumen und eine Ranke künstliches Heidekraut (oder was auch immer es sein soll ;-) gekauft. Zwei Ranken mit Blumendraht zu einer gemacht und noch drei Blüten drangebunden. Ich bin gespannt, wie lange der Kranz einem Tanz auf der Bierbank standhält und ob er Alpina-Bahn tauglich ist. Da habe ich doch so meine Zweifel an meine DIY-Kompetenz. Deswegen musste Mr.X mich gestern bei einer Regenpause gleich im Garten fotografieren, damit ich euch meine neue Wiesnausrüstung gleich in ihrer vollen Pracht präsentieren kann. Und heute geht’s dann für mich das erste Mal raus. Dann bleibt mir nur noch eins: Euch und uns allen eine friedliche Wiesn zu wünschen! Bis bald im Schützenzelt, eure *thea

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