Municorn goes Vietnam // Impressionen und Tipps zur Reiseplanung

Strand in Hoi An, Zentralvietnam
Strand in Hoi An, Zentralvietnam

Hallo liebe Municorn-Freunde! Endlich weht wieder ein bisschen Fernwehluft durch diesen Blog. Juhu! Ich rufe hiermit den Beginn der Vietnam-Serie aus und freue mich darauf meine Eindrücke und Tipps aus diesem schönen Landstrich Südostasiens mit euch zu teilen. Und weil ich schon des Öfteren gefragt wurde, wie das Reisen in Vietnam denn so ist, was man alles sehen sollte und wie man sich vorbereiten kann, habe ich gedacht ich mache mal den Anfang mit Foto-Impressionen aus den verschiedenen Destinationen unseres Trips, für diejenigen von euch, die überlegen ob Vietnam vielleicht als Reiseziel in Frage kommt und gebe ein paar praktische Infos im Text zur Reiseplanung, die ihr euch dann schon mal nicht über Google und Co zusammen tragen müsst.

Strandleben auf Phu Quoc, Großstadtkinder in Hanoi
Strandleben auf Phu Quoc – Großstadtkinder planschen in einem Brunnen in Hanoi

Reiseziel Vietnam – Eher was für Backpacker oder Urlauber?

Typisches Kantinengespräch: Arbeitskollege XY: „Und wo gehts hin in den Urlaub?“ Ich: „Nach Vietnam, juhu!“ Arbeitskollege XY: „So richtig mit dem Rucksack?“ Ab da weiß ich immer gar nicht so genau was ich sagen soll – ist doch egal wo ich meine Klamotten reinschmeiße, oder? Natürlich meint der Durchschnitts-Bayer mit der Frage eigentlich, wie meine Art zu reisen ist.  „Reisen“ und „Urlauben“ – über den Unterschied wird auf vielen Blogs und Reiseplattformen geschrieben und diskutiert. Während die Backpacker und Traveller dieser Welt niemals in den “Urlaub” fahren würden und eher nach dem Motto “der Weg ist das Ziel” auf der Suche nach neuen Erfahrungen, Eindrücken und Abenteuern sind, möchten die Urlauber einfach mal abschalten, entspannen und die Akkus aufladen. Ein Ziel haben dabei alle gemeinsam: Raus aus der gewohnten Umgebung und für eine gewisse Zeit woanders sein. Ich will davon ja irgendwie immer beides. Und ich bin der Meinung in Vietnam können alle auf ihre Kosten kommen.

street of hanoi by night
Abendliche Straßenszene im Old Quater, Hanoi

Oder anders ausgedrückt: Die Mischung machts! Wer die eine oder andere Seite des Wegfahrens ganz extrem ausleben will, könnte etwas enttäuscht sein, wer aber wie ich in seinem Urlaub etwas erleben will und einen Einblick in eine fremde Kultur bekommen möchte ohne dabei auf einen gewissen Standard und Entspannung zu verzichten, der ist in Vietnam genau richtig aufgehoben. Als Vollzeit-Arbeitende über 30 sind meine Hostel-Zeiten im 10er Dorm nämlich vorbei. Trotzdem würde ich bei dem Gedanken durchdrehen, in einem Land zu Gast zu sein und immer nur das gleiche Hotel am gleichen Strand zu sehen und die ganze Zeit einen durch getakteten Massentourismus vor der Nase zu haben. Vietnam bietet sich zum individuellen Herumreisen für fast jede Altersgruppe gut an. Das Land ist auf den zunehmenden Tourismus gut eingestellt, bietet verschiedene Transportmöglichkeiten, hat für Europäer ein super Preis-Leistungsverhältnis, eine berühmte Küche und viel zu sehen. Na, interessiert?

Frau eines indogenen Stammes in Sapa, Nordvietnam - Sonnenuntergang am Infinity-Pool auf Phu Quoc
Frau eines indigenen Stammes in Sapa, Nordvietnam – Sonnenuntergang am Infinity-Pool auf Phu Quoc in Südvietnam

Auf nach Vietnam – Routenplanung

Vietnam ist lang und schmal. Da ist es naheliegend dass die meisten ihre Route entweder vom Norden nach Süden oder von Süd nach Nord planen. Passend dazu liegen die beiden großen internationalen Flughäfen des Landes im Norden (Hanoi ) und im Süden (Ho Chi Minh City, der Hauptflughafen). Je nach verfügbarer Zeit könnt ihr dann eure Zwischenstopps einstreuen. Wenn man – wie wir – von Nord nach Süd reisen möchte, drei Wochen zur Verfügung hat und ein paar Strand- und Entspannungstage einlegen will, muss man schon priorisieren, was man sehen möchte. Ich kenne auch Leute, die nur für den Norden oder nur für den Süden hingefahren sind. Die Grenze zieht man dann meistens in Hoi An – das Lieblings-Städtchen aller Traveller in der Mitte des Landes.

Regen und Sonne in Hoi An
Regen und Sonne in Hoi An

Viele, die nur den Südteil bereisen, machen dann noch einen Abstecher nach Kambodscha mit einem Besuch von Angkor Wat (was sich definitiv auch noch auf meiner Bucket List befindet). Wir haben uns für die Nord-Süd-Tour mit folgenden Stopps entschieden: Hanoi – Sapa – Ha Long Bay – Hoi An (mit Ausflug nach Hue) – Ho Chi Minh (Saigon) – Phu Quoc. Diese Route ist gut in drei Wochen machbar und hatte längere Ausruh- und Relaxphasen dabei (Jeweils sechs Tage Hoi An und Phu Quoc). In Hanoi waren wir auch des Öfteren, weil man die typischen Stopps der „Nordroute“ wie Sapa und die Ha Long Bay immer von Hanoi als Basisstation aus besucht. Zu sehen gibt es natürlich noch mehr. So fahren viele auch noch im Norden nach Ninh Binh, zur sogenannten trockenen Halong Bucht, im Süden ins Mekong Delta oder an die vielen Strandorte wie Natrang, Da Nang und Mui Ne an der Westküste. Im Nachhinein bin ich mit unserer Wahl super zufrieden und würde es wieder so machen. In Vietnam sind auch viele organisierte Reisegruppen unterwegs – von Studiosus bis STA-Travel. Wenn ihr also nicht so der Planer von Individualreisen seid oder eine Reisebegleitung sucht, gibt es hier ein großes Angebot mit verschiedenen Alters- und Preisklassen.

so kässt es sich aushalten: Tag- und Nachtleben in Hoi An
So lässt es sich aushalten: Tagsüber relaxen und abends durch Hoi An bummeln

Rumreisen und Fortbewegen in Vietnam – wie spontan kann ich sein?

Muss man in Vietnam die komplette Route schon von zu Hause aus durchplanen oder kann man spontan so lange bleiben wie man möchte und dann weiterziehen? Ich würde sagen das kommt hauptsächlich auf euren Charakter und die Reisezeit an. Wer zum Beispiel über Weihnachten und Silvester hinfliegt und in schöne Hotels möchte, sollte schon im Voraus buchen. Da ich ein kleiner Reise-Internet-Junkie bin und mir schon vor der Reise meine Favoriten Unterkünfte anschaue und unsere kleine Reisegruppe verschiedene Treffpunkte und An- und Abreisezeiten koordinieren musste, haben wir das meiste schon im Voraus geplant und über booking.com oder agoda.com zumindest reserviert – die bieten meistens ein kostenloses Storno bis zwei Tage vor Anreise. Direkt gebucht haben wir dann meistens vor Ort übers Internet ein paar Tage vor unserer Anreise in der jeweiligen Destination. Auch die Art sich fortzubewegen kommt auf eure Vorlieben an. Um keine Zeit zu verlieren, haben wir meistens einen Inlandsflug genommen.

Abenteurlich und auf eigene Faust: Mit dem Roller über Phu Quoc cruisen
Abenteurlich und auf eigene Faust: Mit dem Roller über Phu Quoc cruisen

Inlandsflüge kann man relativ spontan auch ein paar Tage vorher buchen und zahlt nur ca. 30-40€. Meistens fliegen mehrere Maschinen am Tag die gleiche Strekce. Zur Not kann man auch mal einen Flug am Schalter der Airline am Flughafen direkt umbuchen. Man hört öfter, dass einzelne Inlandsfüge am Tag gecancelt werden und man dann mit dem nächsten Flieger mitfliegen muss – das ist uns aber nie passiert. Neben Inlandsflügen kann man auch mit dem Bus oder Nachtzug fahren. Einzelne Tagestouren werden mit Shuttlebussen oder privatem Fahrer angeboten. Autofahren ist für Westliche in Vietnam verboten – und das aus gutem Grund – hat man in Hanoi schon damit Probleme zu Fuß über die Straße zu gehen. Um einen Roller zu mieten muss man aber nicht mal einen Führerschein vorzeigen, Sicherheit wird eher nicht so wichtig genommen.

Abends am Flußufer in Hoi An
Abends am Flußufer in Hoi An

Klima und Reisezeit – wann sollte ich nach Vietnam fahren ?

Das kommt darauf an, wo in Vietnam ihr hinwollt. Durch die Länge des Landes gibt es nämlich auch verschiedene Klimazonen. Hauptsächlich ist es dort tropisch warm – im Sommer kann es in Zentralvietnam aber so richtig heiß werden – Temperaturen um die 40 Grad sind keine Seltenheit – während es in der Bergregion im Norden im Januar sogar schneien kann. Grundsätzlich kann man sagen, dass durch die Klimaerwärmung die Tabellen in den Reiseführern nur Richtwerte sind. Wir sind Ende Oktober/Anfang November dort gewesen – wenn es eigentlich in den meisten Regionen Trocken wird – und haben ziemlich viel Regen abbekommen. Ich denke, das ist das ganze Jahr über keine Seltenheit – warum sollten die Vietnamesen sonst die großen Runden Strohhüte gegen Regen und Sonne tragen? Deswegen haben wir uns wohl auch in Hoi An nach drei Tagen Dauerregen an eine Sequenz aus dem großartigen Forrest Gump- Film erinnert:

Ja, in Vietnam gibt es verschiedene Arten von Regen – also auf Regen solltet ihr euch schonmal einstellen. Natürlich hatten wir – wie auf den Bildern zu sehen auch sonnige Tage – warm ist es in den Tropen ja eh immer und so grün wie im Film ist es dann natürlich auch.

Sightseeing in der alten Kaiserstadt Hue
Sightseeing in der alten Kaiserstadt Hue

Reisevorbereitungen – An was muss ich denken?

Da wäre zunächst das Visum. Als Europäer braucht man ein Visum, das für die jeweilige Dauer des Aufenthalts beantragt wird. Wir hatten das „1 Month  single entry visa“ das also für eine einmalige Einreise für einen Aufenthalt bis zu einem Monat gültig ist. Wer zwischendrin zB. nach Kambodscha will, sollte darauf achten, dass er ein „Multiple entries Visum“ beantragt. Für die Beantragung gibt es mehrere Wege: Entweder man schickt den Antrag an die vietnamesische Botschaft in Deutschland direkt, oder reist ohne Visum ein. Dafür sollte man sich aber über eine Reiseagentur vorher einen sogenannten „Visa approval letter“ ausstellen lassen. Hierfür gibt es mehrere Websites – auch unseriöse. Nach ein bisschen googlen in Reiseforen haben wir die Visa über die Seite www.evisa.com.vn beantragt und per eMail den „approval letter“ bekommen mit der Anweisung diesen, ein ausgefülltes Formular mit Passfotos und 45 USD in Bar mitzunehmen. Der Service über die Website hat nochmal 18,5 USD gekostet. Es hat alles reibungslos geklappt.

Neben dem Visum sollte man die üblichen Impfungen haben, die man für Südostasien braucht, hier hilft zum Beispiel die Seite des Auswärtigen Amtes – Tollwut habe ich aber nicht gemacht, das fand ich übertrieben.

Mädchen posieren für Fotografen in Hanoi - antique Überreste der präkolonialen kaiserlichen Zeit
Mädchen posieren für Fotografen in Hanoi – antike Überreste der präkolonialen kaiserlichen Zeit in Hue

Wenn man auch Hotels und die Transporte im Inland relativ spontan organisieren kann, so macht es doch Sinn, langfristig nach Schnäppchen für den Langstreckenflug zu schauen. Gerade die arabischen Airlines liefern sich oft einen Preiskampf und so konnten wir ca. drei Monate vor Abreise einen Flug mit Quatar von Muc nach Ho Chi Minh City und zurück für 550€ ergattern. Wir haben dann im Anschluss gleich einen Inlandsflug von Ho Chi Minh nach Hanoi gebucht um mit unserer Nord-Süd-Tour zu beginnen. Wer gleich einen Gabelflug bucht hat es etwas komfortabler.

Das Thema Geld ist vielleicht auch noch wissenswert. Wir haben vor Ort meistens mit der Landeswährung in Dong bezahlt, kann man problemlos mit der Kreditkarte am Automaten ziehen. Allerdings hört das Volumen meistens bei ca. 250€ auf das man auf einmal am Automaten bekommt. Weil die Währung für Westliche nicht so einfach umzurechnen ist, verhandeln viele Verkäufer, Taxifahrer etc. oft auch mit Dollarbeträgen – die man aber auch in Dong zahlt. Ich hatte am Anfang eine Währungsrechner App mit €, $ und Dong, nach ein paar Tagen geht es aber im Kopf. Neben dem Geld fürs Visum muss man nicht unbedingt Dollar mitnehmen. Preislich ist Vietnam günstig aber auch nicht super billig wie zB Kambodscha. Wir haben in dreier Zimmern in schönen Mittelklasse aber auch gehobenen Hotels geschlafen, einmal am Tag mindestens im Restaurant gegessen, uns oft ein Taxi oder Airport Pick up geleistet, Roller gemietet etc. und meine drei Wochen inklusive allen Flügen haben 1600€ gekostet (zum Vergleich so viel habe ich für 12 Tage Inselhopping in Griechenland im Juli gebraucht). Wer sparen möchte, kann aber auch deutlich günstiger unterkommen und rumreisen und trotzdem viel sehen.

Frisch und lecker, die vietnamesisch Küche
Frisch. leicht und lecker: Die vietnamesisch Küche

So, ich hoffe ich habe hier ein paar nützliche Reisetipps und Hinweise zur Routenplanung und Vorbereitung einer Vietnam-Reise zusammen tragen können und euch nicht gelangweilt. Nur schnell die Bilder anschauen war aber auch erlaubt ;-) Fragen könnt ihr mir gerne in den Kommentaren stellen. Ich werde zu jeder Destination auch noch einen eigenen Post mit Bildern und Vor-Ort Tipps zu Übernachtungen und Restaurants erstellen. Liebe Fernwehgrüße von eurem Municorn!

Mehr vom Municorn zu Vietnam

Reisebegegnungen// Trekking mit Zi in Sa Pa

Advertisements