Municorn goes Vienna // Über Wien, Wanda und meine Beziehung zum Nachbarland

Municorn goes Vienna

Kurz vor Beginn des Jahres habe ich meine Reisewunschliste für 2015 gebloggt und ich muss sagen, ich bin noch nicht sehr weit gekommen in der Fernweh-Bekämpfung, zumindest was die Abwechslung betrifft. Aber auch wenn ich den deutschen Sprachraum nicht verlassen habe, habe ich es zumindest schon dreimal übers Wochenende in unser schönes Nachbarland geschafft plus Tagesausflüge. Seit ich Münchnerin bin, kann man eine Reise ins österreichische Ausland ja auch nicht mehr wirklcih als solche bezeichnen – und ich muss zugeben, dass sich dieses „Ausland“ für mich sogar ein bisschen weniger fremd anfühlt als zB. Norddeutschland. Ich bin sowieso ein großer Österreich-Fan, ja vielleicht bin ich ja sogar ein bisschen austrophil?

Beim schreiben dieses Posts kommt mir nämlich gerade in den Sinn, dass man ja ganz verschiedene Beziehungen zu Ländern haben kann. Man kann meine Zuneigung für Österreich zum Beispiel nicht mit meiner heißen, ungestümen Liebe zu Spanien vergleichen. Bei meiner Abifahrt in Barcelona war ich gleich verliebt und habe beschlossen, hier will ich mal leben. Nach fünf Monaten Erasmus und zahlreichen Spanien-Tripps wallt dann regelmäßig auch heute noch die Sehnsucht in mir auf und wenn ich dann auch noch andalusische Gitarren höre, gibt‘s kein Halten mehr. Mit Österreich ist es anders. Das ist wie eine unkomplizierte, entspannte und langjährige Freundschaft. Wenn ich Lust habe, fahr ich einfach mal hin – und dann ist es eigentlich immer gut. Ich mag die Skigebiete und geräumten Straßen im Winter, ich habe die deutsche Sprache noch lieber im Ohr, wenn sie österreichisch klingt und bin – vielleicht auch deswegen – ein großer Austro-Pop Fan.


Ich habe nicht nur in der Grundschule in die Freundschaftsbücher immer bei der Spalte Lieblingsband die „EAV“ reingeschrieben, nein „Abrakadabra- und sie war nicht mehr da“ wird auch heute noch gerne gesungen. Das „Bergwerk“ ist meine Hauptmotivation, auch nach 5 Stunden Bierzelt auf der Wiesn bis zum Schluss zu bleiben und meine jüngste Entdeckung, die Wiener Band „Wanda“ macht meine Ösi-Liebe jetzt komplett. Ich stehe auf ihre Gitarren-Songs, die ins Ohr gehen, auf die skurrilen, manchmal selbstzerstörerischen, aber doch liebevoll getexteten Zeilen, die im Wiener Schmäh ins Mikro geranzt werden und auf die charismatische, ganz eigene aber doch professionell aufgebaute Selbstdarstellung des Sängers Marco Michael Wanda, nicht zu vergessen den durchaus heißen Gitaristen. Obwohl Mr.X meine Begeisterung für die EAV aus unerfindlichen Gründen nicht teilen kann und die Augen rollt, wenn ich ihm klarmachen will, dass „Samurai“ durchaus gesellschaftskritisch und anspruchsvoll ist – war er von Wanda gleich begeistert. Und so kam es, dass er mir Konzertkarten geschenkt hat. Aber nicht für München sondern für Wien, die Heimat der Band. Für unser Wanda-Wien-Wochenende haben wir die Umzugs- und Renovierungs-Aktion mal unterbrochen und es uns gut gehen lassen. Und ich es muss sagen, nach den coolen Vorbands mit Wiener Schmäh war Wanda natürlich der Höhepunkt des Trips, gleich am Freitagabend nach der Ankunft.

Und auch wenn wir Sonntag schon wieder mittags aufgebrochen sind, und ich weder die absoluten Geheimtipps, noch eine Liste der wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorweisen kann, möchte ich euch mitnehmen, ein paar Eindrücke zeigen und den ein oder anderen Tipp weiter geben – denn in den zwei Tagen sind wir sehr schön eingekehrt und haben es uns gut gehen lassen.

Wie zum Beispiel in dem schönen BnB von Susanne. Nachdem ich eigentlich auch mal so ein schickes 25hours Hotel ausprobieren wollte, mir das aber doch zu teuer war, und ich ja immer auch den Ehrgeiz habe, eine ganz individuelle und gemütliche Unterkunft zu finden, habe ich meinen Trick 17 angewendet: Nämlich auf Tripadvisor das Reiseziel eingeben, und dann aber nur in der Kategorie „sonstige Unterkünfte“ nach den besten Platzierungen zu schauen.

Bildquelle: This is not a hotel
Bildquelle: This is not a Hotel

Und siehe da: „This is not a Hotel“ war gefunden. Ganz billig ist es dort auch nicht, aber es ist genau die Art von Unterkunft, auf die ich stehe: Das Zimmer ist eigentlich von Größe und Einrichtung her wie eine Suite in einem Designhotel. Dafür bekommt man aber die persönliche Betreuung einer Pension anstatt Hotel-Anonymität und ein leckeres selbstgemachtes Frühstück serviert – bei dem die Besitzerin es sich nicht nehmen lässt, mit ihren Gästen zu plaudern und ihre Wien-Tipps weiter zu geben.

So – und was kann ich euch für einen Wien-Trip noch empfehlen? Was mir am allerbesten gefallen hat, ist das Flair der Stadt. Die allgegenwärtige Altbaupracht – von luxussaniert bis verratzt – hohe Decken, Mosaike im Flur, hohe Fenster und Stuck wohin das Auge reicht.

Dazu passt natürlich ein Besuch in einem Wiener Kaffeehaus, mit Wiener Melange und Sachertorte. Wir sind recht spontan vor einem Regenschauer ins Kaffeehaus Sperl geflüchtet. Nicht zu tourimässig und geschleckt aber doch typisch Wienerisch und so wie man es sich vorstellt.

Nicht weit vom Kaffeehaus Sperl befindet sich der Naschmarkt, der ebenfalls einen Besuch wert ist. An den vielen Ständen mit den leckeren Waren haben wir zwar nicht eingekauft, weil wir ja unterwegs waren, aber schön einkehren kann man da ja auch.

Nach dem Traditions-Kaffeehaus haben wir uns dann im hipstermässigen „Neni am Naschmarkt“ niedergelassen, mit israelischer Küche, tollen Minz-Garnituren auf den Getränken und einer Speisekarte für alle Vorlieben. Veganer, Vegetarier oder auch Fleischliebhaber.

Wer typisch Wienerisch Schnitzel und Co essen gehen möchte, etwas abseits der Touri-Pfade, kann in den „Friedensrichter“ in der Nähe des Donaukanals im zweiten Bezirk gehen. Auf der Karte gibt es aber auch leckere fleischlose Gerichte. Das Lokal hat erst wieder eröffnet und ist ein typisches altes Gasthaus, das schön renoviert und eingerichtet wurde. Auch ein schöner Tipp von Susanne vom „Not Hotel“.

Das zweite Abendessen haben wir im Cafe francais mit Blick auf den Stephansdom eingenommen, schönes Interieur, nette, schicke Kellner, und eine entspannte Karte für Leute auf Reisen. (Ich brauch manchmal halt nen Salat, oder Aufstriche oder was leichtes ;-) Davon habe ich leider keine Bilder gemacht. So! Und wer jetzt nach den ganzen Wien-Tipps inklusive austro Youtube-Videos noch ein paar schöne Link-Empfehlungen aus dem Nachbarland vertragen kann – bitteschön: Meine liebsten österreichischen Blogs: Magnoliaelectric, Dariadaria, Bierries & Passion und Ach du gute Güte. Der Youtuber Michael Buchinger und natürlich der Radiosender FM4.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend – liebe Güße *thea

PS Heute morgen hat Mr. X sich übrigens gewünscht, mal zu einer Austro-Pop Night oder ähnlichem auszugehen. (Wenn jemand weiß, wann und wo sowas mal in München stattfindet – bin ich dankbar für Tipps) vielleicht wirds ja doch noch was mit ihm und der EAV ;-)

PPS Und jetzt alle: Ba Ba Ba Banküberfall – das Böse ist immer und überall!

PPPS Der Falco war natürlich auch n cooler Typ- siehe hier ab Minute 3 – Ok reichts aber;-)

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7 Kommentare zu „Municorn goes Vienna // Über Wien, Wanda und meine Beziehung zum Nachbarland“

  1. Oh ja, Wanda. Das Wiener Konzert war dann wahrscheinlich noch mal eine Nummer größer als hier :)

    Und ich hoffe, ich schaffe es dieses Jahr auch mal wieder nach Wien!

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