„Mittags bin ich Veganerin“ // my vegan lunchbox-project

my vegan lunchbox-project
Grüner Reissalat mit Brokkoli, Bohnen, Gurken und frischer Petersilie – dazu ein Melonen-Kokos-Smoothie

Böse Zungen behaupten ja Vegan ist jetzt auch wieder so ein Hipster-Trend. Ich behaupte ja: Noch nie war ein Trend so sinnvoll und hoffentlich hält er noch lange an! (Die Gründe dafür dürften ja mittlerweile allgemein bekannt sein – wer sich informieren möchte: Maddie hat sie u.a. nochmal hier sehr schön zusammengefasst.) Und weil man nie etwas behaupten kann bzw. über etwas sprechen sollte, wovon man keine Ahnung hat, habe ich mir gedacht ich probiere das mal aus. Denn die Massentierhaltung bedrückt mich schon lange und auch, dass man beim Einkaufen von tierischen Produkten eigentlich nie sehen kann, wie die Tiere dazu gehalten werden. Eine komplette Ernhährungsumstellung ist mir bisher noch zu radikal bzw. der Geist ist willig aber mein Fleisch zu schwach.

Bunter Salat mit gebackenen Kichererbsen und Ofen-Zuchini. Als Nachtisch ein saftiger Apfel-Rübli-Kuchen
Bunter Salat mit gebackenen Kichererbsen und Ofen-Zucchini. Als Nachtisch ein saftiger Apfel-Rübli-Kuchen

Aber ich bin der Meinung, wenn jeder Mensch nur bei ein paar Mahlzeiten in der Woche regelmäßig auf tierische Produkte verzichtet, ist es viel besser für die Tiere und vor allem die Umwelt, als 1% Veganer in der Bevölkerung zu haben, die dann als radikale Gutmenschen und Sonderlinge verschrien werden. Jedes Essen, das ohne Produkte aus der Tierhaltung auskommt, verursacht ein bisschen weniger Leid und ein bisschen weniger Co2 auf unserer Erde. Außerdem habe ich ja eine neue Küche und stehe da sehr gerne drin und die beschränkte vegetarische Auswahl in unserer Kantine hat mich schon länger gelangweilt. Also habe ich mich im Juli beim Mittagessen in der Kantine abgemeldet und das Lunchbox-Projekt „Mittags esse ich vegan“ (in der Arbeitswoche) begonnen.

Wraps mit Salat, Gurke, Avocado, Tomaten, Paprika-Aufstrich und frischen Kräutern - dazu Kirschen als Nachtisch
Wraps mit Salat, Gurke, Avocado, Tomaten, Paprika-Aufstrich und frischen Kräutern – dazu Kirschen als Nachtisch

Da man anfangs erstmal dasteht und überlegt, was man da überhaupt ins Büro mitnehmen kann, beziehungsweise falls jemand von euch vielleicht auch mittags nicht in eine Kantine geht und nach neuen Ideen sucht, was so alles in die Lunchbox kann, habe ich gedacht ich fotografiere mein Mittagessen für euch und gebe hier einen Einblick. Vielleicht inspiriert es ja den ein oder anderen – egal ob Veganer oder nicht. Leider bin ich ja nicht so der Frühaufsteher-Typ deswegen habe ich das nicht so oft geschafft und bis ich ein paar schöne Bilder zusammen hatte, hat es ein bisschen gedauert. Deswegen sind hier auch noch ein paar sommerlichere Vesper-Varianten dabei. Ich glaube, die Rezepte sind anhand der Bildunterschriften selbsterklärend – falls ihr gerne weitere Infos hättet, einfach in den Kommentaren Bescheid geben.

vegan sandwhich -strwaberry-blueberry smoothie
Vollkornbrot mit Paprikaaufstrich, Salat, Radieserl und gerösteten Kernen – dazu ein Erdbeer-Blaubeer-Smoothie mit Chia-Samen

Seit Juli gibt es jetzt mein Lunchbox-Projekt und ich werde auf jeden Fall weiter machen. Die vegane Küche regt meine Fantasie an und mir macht es Spaß morgens zu überlegen was ich zusammen stellen und in die Box packen könnte. Mittlerweile gibt es, wenn ich zuhause nach Feierabend koche, jetzt viel öfter auch mal was ohne Milchprodukte und Eier – auf Fleisch und Wurst verzichte ich bis auf selte Ausnahmen ja schon seit zwei Jahren. Was sich mit meinem Projekt geändert hat: Ich hatte schon immer viel frisches Obst und Gemüse im Haus, aber der Anteil ist noch viel größer geworden. Im Gegensatz zu meiner ganz früheren „Alles-Esser“-Ernährung greife ich viel weniger auf fertige Produkte zurück, sondern mache mehr selber. So wird man wie von selbst „Clean Eater“, denn Käse und Wurst sind ja auch schon verarbeitete Waren. Ich habe meistens ein bis zwei gekaufte Brotaufstriche im Kühlschrank – mache aber auch welche selber, wie zum Beispiel Hummus oder Avocadocreme. Zu diesen Aufstrichen gibts dann oft Gemüsesticks zum Dippen – (irgendwie habe ich davon bisher gar kein Bild). Fertige Sachen, die ich verwende sind meistens Brot, Wraps oder Bagels. Der Rest ist immer frisch bzw. Basics wie Reis oder Nudeln.

Blueberry-Avocado-Salad
Blaubeer-Avocado-Salat mit frischen Kräutern und geröstetem Brot und Kernen – damit nicht alles zusammenklatscht, werden Salat und Topping getrennt vom Dressing und den „nassen Zutaten“ transportiert und beim Essen nacheinander auf den Teller geschüttet.

Was mir noch bei der veganen Erhährung auffällt: Da die tierischen Fette ja wegfallen und die pflanzlichen Fette ja meistens die „guten“ Fettsäuren sind, kann man viel mehr Kohlehydrate essen ohne dicker zu werden – was mir sehr entgegenkommt – denn von low carb war ich noch nie ein Freund, bezeihungsweise hungrig und übellaunig. Außerdem verwende ich seitdem viel mehr frische Kräuter, was geschmacklich unheimlich bereichernd ist. Also mein Fazit: Regelmäßig ein paar vegane Mahlzeiten einzubauen tut mir richtig gut, ist lecker und gesund und macht vor allem ein gutes Gewissen. Mein Lunchbox-Porjekt ist ein Punkt, bei dem ich sagen kann: Gegen Weltschmerz und Ohnmachtsgefühl wegen der bescheurten Menschheit helfen viele kleine Taten im Alltag – und das ist eine davon. Übrigens: Was den Weltschmerz und das Karma angeht: Alle Posts zu meinem „Auf dem Weg zum Gutmensch mit kleinen Taten“-Vorhaben, tagge ich jetzt unter „Karma“. Ich hoffe es wird nicht der einzige bleiben ;-)

Weitere Varianten von Wraps und Reissalat mit frischen Kräutern, Gemüse und verschiedenen Smoothies dazu - Wassermelone als Zischensnack
Weitere Varianten von Wraps und Reissalat mit frischen Kräutern, Gemüse und verschiedenen Smoothies dazu – Wassermelone

P.S. Mr.X hat gegen so Ökosachen meistens Vorurteile. Da er aber auch keine Kantine hat, mache ich jetzt einfach für ihn immer eine Box mit – ist für mich ja kein großer Mehraufwand alles zwei mal zu machen. Ich habe ihm erstmal nicht verraten, dass es mittags nur noch vegan gibt – denn Veganer sind ja blasse unterernährte Hipster. Und das Ergebnis? Er hat das mit dem vegan 1). gar nicht gemerkt – und 2.) schwärmt er fast täglich von meinem leckeren gesunden Mittagessen und fühlt sich genau wie ich fitter und leichter als nach dem Kantinen (bei mir)- bzw. Bäcker oder Imbiß-besuch (bei ihm). Ich habe jetzt viel seltener ein Mittagstief. Ab und zu verschätze ich mich zwar, packe etwas zu wenig ein und bin dann schon vor Feierabend wieder hungrig. Aber das war ich nach der Kantine oft auch. Und jetzt kann ich ohne Reue bei solchen Fällen nachmittags noch ne Schoki nachschieben, denn das was ich vorher gegessen habe, ist um einiges gesünder.

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