La spiaggia di punta corvo // Ein toller Naturstrand, der erarbeitet werden will

un giorno al mare montemarcello

Wenn man das Wetter der letzten Tage hier in München so betrachtet, hat man das Gefühl, dass Frühling und Winter ihren letzten Kampf ausfechten. Mal scheint die Sonne und die Temperaturen klettern, dann kommt wieder Regen, der sich in Schnee verwandelt und umgekehrt. Ich habe zwar keine Lust auf Heuschnupfen und Pollen-Asthma aber das triste Winter nass-kalt kann ich auch nicht mehr sehen. Und obwohl sich mein Skifahrerherz nochmal Schnee in den Bergen wünscht, träume ich mich  frierend und im (Schnee-) Regen stehend, immer öfter auf ein Strandtuch, stelle mir die Sonne auf der Haut vor, kleine Sandkörner, die mir vom Zeh rieseln und das Plätschern der Wellen. Je grauer und nasser der Tag – desto größer die Tag-Träumerei.

Das schönste Strand-Erlebnis im vergangenen Jahr hatte ich in unserem Ligurien-Urlaub in Italien. Wenn man mich vor diesem Urlaub gefragt hätte, was mir bei den Stichworten Strand und Italien so einfällt, hätte ich ganz klischeehaft geantwortet: Volle Promenaden und Campingplätze an der Adria, Reihen voller Liegestühle und Sonnenschirme. Viele Urlauber -wenig Platz und dazwischen die „Cocobella“ – Rufe der Strandverkäufer. Ich weiß zwar nicht, wieso sich dieses 80er Jahre Bild in meinem Kopf festgesetzt hat, denn ich war eigentlich bis letztes Jahr noch nie an der italienischen Küste. Und ich glaube auch, dass es an einigen italienischen Stränden immer noch so oder so ähnlich zu geht, aber nicht in Ligurien. Und schon gar nicht am schönen Naturstrand „La spaggia di punta corvo“ unterhalb des Dörfchens Montemarcello, den ich euch heute zeigen möchte – und der auch zu einem der dreißig schönsten Strände Italiens gezählt wird.

spiaggia du punta corvo, ligurien

Ganz in der Nähe der bekannten Cinque Terre hatten wir uns ein Cottage im weniger bekannten Örtchen Tellaro gemietet. Wer die Beschaffenheit der Cinque Terre mag – mag die ganze Region um den Golf der Poeten: idyllische bunte Häuschen, die sich auf Steilklippen zusammen schmiegen, kleine Buchten und Strände und vor allem Wege mit vielen Höhenmetern, die erklommen werden wollen. Im Gegensatz zu den Cinque Terre gibt es aber durchaus Orte mit genauso viel Charme und weniger Touri-Trubel – und dazu gehört Montemarcello. Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass es dort einen schönen Strand an einer abgelegenen Bucht geben soll und sind gleich am zweiten Tag unseres Aufenthalts hingefahren. Wir waren Anfang September dort, also in der Nachsaison – im August oder am Wochenende wird es wahrscheinlich auch hier etwas enger zugehen.

montemarcello weg zum strand

In Montemarcello angekommen haben wir das Auto problemlos am öffentlichen Parkplatz abgestellt und sind losmarschiert. Der Weg führt am Ortsrand vorbei zur Klippe und dort führt dann ein Wanderweg mit vielen Stufen zum Strand. Aber: Es sind VIELE Stufen. Laut google ca 700! Zum Glück läuft man im Schatten, weil die Klippe bewachsen ist. Trotzdem war ich froh, dass ich nicht FlipFlops, sondern feste Sneaker angezogen hatte. Je mehr man nach unten kommt, und je näher man am Strand ist, wird man mit tollen Blicken über die Bucht und auf den Strand belohnt.

naturstrand spiaggia di punta corvo nähe cinque terre

steps to the beach montemarcelloDie graue Farbe des Sands und die vereinzelten bunten Schirmchen und Handtücher vor dem tiefblauen Meer geben eine schöne, ruhige, sommerliche Stimmung wieder. Und je weiter man es schafft, je mehr man schwitzt, desto mehr freut man sich, endlich, endlich nach circa 30 Minuten Treppensteigerei die Schuhe und Socken fallen zu lassen, und die Füße ins kühle Wasser zu stellen.

schöner naturstrand in ligurien, italien

Unten agenkommen verlief der Rest des Strandtags ruhig: Lesen, Baden, Schlafen, Bräunen und das ganze wieder von vorne. Der Strand und das Wasser waren sauber, die Stimmung friedlich. Doch irgendwann hat sich der Hunger bemerkbar gemacht und uns wieder die Klippe hochgetrieben. Bei einem Ausflug an einen Naturstrand muss man unbedingt genug zu Trinken mitbringen – und wer Schatten braucht, einen Schirm – der ein oder andere Snack schadet aber auch nicht, da dort ja nichts verkauft wird. Wir waren trotzdem fast die letzten, als wir uns gegen Abend auf den Weg gemacht haben und die steile Klippe wieder hochgekraxelt sind. Eine einsame orangene Badehose leuchtete uns im Abendlicht noch auf dem grauen Sand entgegen.

abends am strand in montemarcello

In Montemarcello selber kann man den Tag dann schön bei einer Pizza in einem der Dorf-Restaurants ausklingen lassen. Und hier noch ein Tipp: In der Gegend rund um die Cinque Terre kann man Aktiv-und Badeurlaub herrlich verbinden – denn zu den Stränden muss man sowieso meist runter – und dann wieder rauf klettern. Wenn man abends aber noch etwas draußen sitzen möchte und vorher nicht unbedingt in die Unterkunft zurück fahren möchte – ein Wechselshirt und eine frische Leggins im Rucksack schaden nie. Sonst wird es nämlich gerade im Früh- oder Spätsommer recht kühl in der verschwitzten Klamotte – und es wäre doch schade nach geschaffter Kletterei nicht noch ein bisschen das Örtchen genießen zu können.

So – das war unsere kleine Traumreise nach Ligurien. Vielleicht braucht der ein oder andere von euch ja auch auch in paar gedankliche Sonnenstrahlen oder auch Urlaubs-Tipps für den Sommer 2016? Die Region rund um den Golf der Poeten in Ligurien kann ich euch schonmal ans Herz legen – vorausgesetzt ihr seid nicht auf barrierefeiheit angewiesen. Denn mit Gehbehinderung, Kinderwagen oder Rollstuhl ist es wahrscheinlich nicht so entspannend dort.

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naturstrand ligurien nähe tellaro

Einen schönen Abend im Warmen wünscht euch
*thea

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