Wild und wunderschön – die Costa Vicentina an der Westalgarve

costa-vicentina-wild-and-beautifulAugen auf – hier kommt ein bilderlastiger Post, der sich nur mit Natur und Stränden beschäftigt. Und ich hoffe, ihr findet das ganze genausowenig langweilig wie ich. Denn in unserem Portugal-Urlaub haben wir nicht nur Zeit in unserer schönen Ferienwohnung verbracht, sondern auch viele Stunden an den verschiedenen Stränden in der Umgebung. Und weil mir die Landschaft so gut gefallen hat, hat sie auch einen eigenen Blogpost verdient. Und ich finde, Fotos von schönen Stränden anschauen hat auch einen kleinen Erholungseffekt. Vor allem jetzt, wenn es draußen nasser und grauer wird, spüre ich den Sommer mit seinem schönen Licht gerne nach.

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Viele denken bei der Algarve zunächst an die Südküste Portugals neben der Grenze zu Spanien und nicht an die westliche Atlantikküste. Aber eigentlich ist die Algarve die südlichste Region Portugals, also vergleichbar mit einem Bundesland. Und die besteht aus der Sandalgarve (östlich von Faro), der Felsargarve (westlich von Faro), den Sierras (Hinterland) und der Westalgarve. Die Costa Vicentina, wo wir uns hauptsächlich aufgehalten haben, ist auch noch ein Teil der Algarve und liegt im nicht so bekannten, weniger touristischen Gebiet nördlich von Sagres an der Westküste. Das besondere daran ist, dass sie zu den am besten erhaltenen Küstenstreifen Europas gehört und daher auch ein Naturschutzgebiet ist. Der Naturpark soll in seiner heutigen Form geschützt aber auch touristisch genutzt werden. Und ich muss sagen, diese Balance ist den Portugiesen durchaus gelungen.

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Die weiten Sandstrände, die an Buchten zwischen der Steilküste liegen, sind großflächig, sauber und mit dem Auto leicht zugänglich. Hotels und Ortschaften befinden sich meistens im Hinterland oder oberhalb auf den Felsen – trotz Tourismus wurde hier kein einziger Strand zugebaut – wie schön! (Man parkt oben an der Klippe entlang der Straße oder an ausgewiesenen Parkplätzen) Alle haben sie den Charme wilder Naturstrände – die einen mehr, die anderen weniger (es gibt komplette Naturstrände aber auch Plätze mit Liegen, Surfbrettverleih und ein paar Restaurants). Unsere Unterkunft lag im Hinterland der Costa Vicentina, daher haben haben wir mit dem Mietwagen zu keinem der hier aufgeführten Strände mehr als eine halbe Stunde gebraucht. Das Gebiet ist insgesamt windiger und rauher als die bekannten Strände im touristischeren Gebiet bei Lagos oder Albufeira und daher auch bei Surfern sehr beliebt. Wir waren im August dort und ich habe den Wind auch als Nicht-Surferin als angenehm empfunden. Nur an einem Tag war er etwas stärker – und auch abends haben wir nicht gefroren – das habe ich schon anders berichtet bekommen. Neben dem Wind war das Wetter beständig – jeden Tag Sonne satt und keine Wolke am Himmel – was wohl auch typisch für die Region ist. Unser Vermieter hat uns erzählt, es hätte das letzte Mal im Mai geregnet – und er erst erst im Oktober wieder mit Regen rechnet.

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Eine Fahrt an die Costa Vicentina lohnt sich aber auch als Ausflug, wenn man zum Beispiel in der Gegend um Lagos an der Südküste wohnt – die Strecken sind nicht so weit. Wir haben auch viele Leute gesehen, die mit ihren Wohnmobilen oder Surfer-VW-Bussen auf der Suche nach der perfekten Welle auf den ausgewiesenen Parkplätzen der Klippen übernachtet haben – aber alles in einer entspannten Dosis, weit entfernt vom Massentourismus. Und das hat mir besonders gut gefallen. Es gibt also noch tolle Ecken in Südeuropa, wo man sogar im August entspannt Strand und Natur genießen kann. Hier eine kleine Liste, der von uns besuchten Strände vor Ort:

Arrifana

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In Arrifana waren wir nicht direkt am Strand aber an der Clippe an unserem ersten Abend spazieren. Arrifana ist einer der bekannteren Surfspots und wenn man das Bild genau anschaut, sieht man die vielen kleinen Pünktchen im Wasser hinter der Brandung: Alles Surfer, die auf die nächste Welle warten. Der Ausblick von Arrifana selbst ist sehr beeindruckend:

arrifana-cliffs-portugalPraia do Amoreira

praia-do-amoreira-low-tideDieser Strand war unser Lieblingsstrand. Eine wunderschönes Stück Natur, das auch von anderen gerne besucht wurde – trotzdem war auf dem riesigen Sandstrand mehr als genug Patz fürs alle da. Es gibt Sonnenliegen zu mieten aber auch eine sehr große freie Liegefläche. Er liegt am Ende eines Tales, durch das ein Fluß ins Meer fließt- daher gibt es man neben dem eh schon großen Strand noch das Flußbett und Ufer, das aussieht wie eine große Sandbank.

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Diese Seite ist besonders für Familien geeignet, denen die Ströung im Meer ist dort bei Flut manchmal sehr stark. Am Strand gibt es auch ein Restaurant oben an der Klippe mit Toiletten und ein Hüttchen mit Rettungsschwimmern, Surflehrern und Surfbrettverleih.

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Den Strand haben wir gefunden, weil Mr.X eine Surfstunde gebucht hatte und er dort zum Treffpunkt kommen sollte. Wir sind täglich wieder gekommen und haben die Wellen genossen. Er mit dem Surfbrett und ich habe dann im Urlaub spontan ein Bodyboard gekauft, mit dem ich immer pseudosportlich über die Wellen gewitscht bin. Ein großer Spaß, für den man keine großen Skills braucht, ich kann es nur empfehlen.

bodyboard-algarve-aljezurAn so einem Strandtag am Atlantik kann man sehr schön die Gezeiten beobachten und sehen, wie der eh schon breite Sand noch länger bzw. kürzer wird.

wild-nature-costa-vicentina-algarve-near-aljezur-praia-amoreiraPraia do Amado

sunset-costa-vicentina-carrapateiraMindestens genauso schön – aber viel bekannter und in der Hauptsaison um einiges  voller, ist der Praia do Amado in der Nähe des Ortes Carrapateira. Einige Surfschulen unterrichten dort und es gibt eine Snack-Bar, Sonnenschirme, Liegen und eine Surferbar. Der Strand hat mehrere Teile und Aussichtspunkte. Wie man auf dem Bild oben sieht, lohnt es sich bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Dann ist auch dort, vor allem am rechten Teil des Strandes, nicht mehr viel los und man kann die atemberaubende Szenerie im besonderen Licht der Abendsonne genießen, während am linken Teil die Surfer je nach Wellen noch im Sonnenuntergang im Wasser sind.  (siehe Headerbild) Das schöne an der Westküste ist sowieso – egal an welchem Strand du bist – der tägliche Sonnenuntergang.

clavicut-beachwaves-bloggerPraia de Vale Figeires

schoene-straende-westalgarve-portugalDieser Strand stand auf der Liste mit Ausflugstipps, die unsere Vermieter uns gegeben hatten und wir sind gleich am ersten Tag hingefahren, weil er der Ferienwohnung am nächsten gelegen ist. Ich habe versucht, auf den Bildern die schöne, fast schon mystische Stimmung einzufangen, wie die Wellen auf die Clippen zudonnern und dabei ein feiner Nebel in der Luft bei den vorgelagerten Steinen entsteht. In der Realität war die weite und die rauhe Schönheit noch etwas beeindruckender.

praia-de-vale-figueiras-westalgarve-portugalDieser Strand ist übrigens ein klassischer Naturstrand – wenn man hier etwas länger verweilen möchte, unbedingt etwas zu trinken und ein paar Snacks mitnehmen und vielleicht einen Sonnenschirm. Hier kann man weit an der Küste entlang laufen und es auch genug Platz für alle Besucher – von Surfern über Familien bis zu Urlaubern sind alle vertreten.

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Auch wenn wir nicht viel anderes gemacht haben, hat sich dieser Urlaub für mich ein bisschen anders wie ein typischer Strandurlaub angefühlt. Weil wir so viele schöne Plätze entdeckt haben – und das war überhaupt nicht schwer! Mein Fazit: An der Costa Vicentina kann man richtig schön in der Natur abschalten, daher empfehle ich unbedingt einen Mietwagen. Eigentlich hatte ich mir für den Urlaub auch vorgenommen, dass ich den Klippen eine oder mehrere Wanderungen unternehme (es gibt auch Wanderwege), wenn der Freund am surfen ist. Aber der Wind war dann doch nicht so kühl wie angekommen und mir war es einfach zu heiß. Ich denke dazu sind die Monate in der Nebensaison besser geeignet.

Am letzten Abend sind wir einmal von Aljezur aus auf die andere Seite des Strands von Amoreira  gefahren, also auf die südliche Klippe. Und da haben wir gesehen, dass da noch viele weitere kleine Strände und Buchten entlang der Küstenstraße gibt! Meine aufgeführten Strände sind also längst nicht alle – und es gibt einen guten Grund wieder zu kommen und noch mehr zu entdecken. Ich hoffe, euch hat mein kleiner Ausflug und die Bildauswahl gefallen und wünsche euch noch einen schönen Abend!

Mehr zu Portugal:

Municorn goes Portugal // Unser schönes Appartment an der Westalgarve

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