Avocadomania // Spanische Avocados direkt vom Erzeuger

Liebe Municorn-Freunde,

hier lest ihr die Geschichte warum ich 16 Kilo Avocados aus Andalusien bestellt und bei meinen Freunden und Arbeitskollegen vertickt habe ;-)

Der Grund ist ganz einfach – weil ich ebenfalls auf einem Blog bei Nina von Berries and Passion einen Beitrag gelesen habe, wo es leckere Avocados zu bestellen gibt. Aber warum Avocados in Andalusien bestellen, anstatt sie wie gewöhnlich im Supermarkt um die Ecke zu kaufen? Und warum gleich so viele?

Wie ihr euch nun sicher vorstellen könnt, LIEBE ich Avocados. Ich glaube ich spreche für die meisten Veggies, dass Avocados das Glück des Vegetariers bzw. Veganers sind. Dort wo Gerichte ohne Fleisch vielleicht etwas „Wumms“ fehlt, dient die Avocado als sättigender Geschmacksverstärker. Die gesunden pflanzlichen Fette sollen sogar für eine Senkung des Cholesterinspiegels sorgen und haufenweise Vitame hat diese Superfrucht obendrauf . Kein Wunder, dass nicht nur Veggies die grüne Frucht lieben, sondern sehr viele Menschen aller Ernährungsvorlieben.

Doch leider ist es nun mal so, dass Avocados nicht gerade dafür bekannt sind, ökologisch oder saisonal und schon gar nicht regional zu sein. Und während man über diverses importierte Obst und Gemüse wenig bis gar nichts liest, werden über die Avocado immer kritischere Stimmen laut. Sie schlucken nicht nur unmengen an Wasser, das in den oft ärmeren, heißen Anbauländern dann für den Lebensmittel-Anbau der Bevölkerung fehlt, sondern werden zur Reifung beim Transport begast und beheizt, damit sie dann möglichst verzehrfertig bei uns im Supermarkt regal landen. Da sind sie schon mehrere Wochen zu uns unterwegs. Und wenn man versucht Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren, heisst das in der letzten Konsequenz eigentlich Verzicht oder wenigstens darauf zu achten, Früchte aus Europa zu kaufen. Und das habe ich noch nicht so richtig geschafft. Ich versuche ja in allen Lebenslagen nicht dogmatisch zu sein, und einfach mit den Dingen anzufangen, die mir leichter fallen – so schafffe ich es ja auch (noch) nicht auf Flugreisen zu verzichten. So habe ich mich damit getröstet, dass für eine Avocado zwar viel Wasser gebraucht wird – aber ein Steak circa vier Mal so viel Wasser benötigt. Und da ich ja kein Fleisch esse, ich mir doch ruhigen Gewissens ab und an mal eine Avocado gönnen kann.

Nun weiß ja jeder Avocado-Liebhaber, dass es beim Einkaufen gute und auch schlechte Avocado-Tage gibt. Für eine cremige Guacamole, bei der nicht die Gabel verbiegt oder kein brauner Match aus der Frucht rausgelöffelt wird, braucht man schon ein bisschen Glück. Ich war also sowohl aus ethischen als auch geschmacklichen Gründen gleich hellhörig, als Nina über ihre Avocado-Quelle gebloggt hat, einen Online-Avocado-Shop deutscher Auswanderer, die auf ihrer Finka in Andalusien die Früchte unbehandelt anbauen und selbst direkt verschicken.

Die Früchte werden ab Bestellung sofort geerntet und verschickt und nur verkauft, wenn Saison ist, von September bis Februar. Und da sie bis zur Ernte am Baum hängen bleiben, werden auch keine Kühlhäuser benötigt. Somit hat man schon mal biologische und saisonale Früchte, die halt leider nicht regional sind. Dafür aber ökoligsicher als die üblichen aus Peru, Südafrika und Co, weil man als Kunde die Reifung selber übernimmt und die Erwärmung auf dem Transport entfällt und sie wenigstens vom gleichen Kontinent kommen. Auf der Homepage gibt es viele Infos über die Finka und so glaube ich auch, dass in dem Familienbetrieb viel selbst gemacht wird und keine Arbeiter ausgebeutet werden. Ich war sofort begeistert und wollte direkt bestellen. Der einzige Haken war die Mindestabnahmemenge von 8kg. ACHT Kilo Avocados? Was mache ich denn mit denen? Und wenn die mir kaputt gehen? Das wäre ja Lebensmittelverschwendung und noch viel bescheuerter als nach Bedarf im Supermarkt einkaufen.

Aber eine kleine Umfrage unter meinen Arbeitskollegen und Freunden hat ergeben, dass sie ebenfalls an den Avocados interssiert sind. Und siehe da: Ich habe im Februar acht Kilo bestellt, davon 9Früchte behalten und  den Rest weiter verkauft. Der Preis ist echt Ok – je nach Gewicht der Früchte kommt man auf 1,50 bis 2Euro pro Avocado. Auch die Lagerung und Reifung hat super funktionert: Die Avocados kommen noch sehr hart an und im Kühlschrank kann man sie circa vier Wochen lagern, da die Reifung dort gestoppt bzw. sehr verlangsamt wird. Und so habe ich immer nach Bedarf eine Avocado zum reifen aus dem Kühlschrank gelegt und es gab mehrere Wochen super leckere Avocado-Gerichte. Denn diese Avocados haben mich voll überzeugt – nicht nur geschmacklich sondern auch was die Konsistenz angeht. Auch bei meinen Arbeitskollegen hat sich schon rumgesprochen, dass ich „die mit den Avocados bin“. Und weil ich das erste Mal im Februar zum Saisonende bestellt habe, haben wir uns alle sehr auf den aktuellen Saisonstart gefreut und ich habe letzte Woche gleich sechzehn Kilo gelifert bekommen, weil so viele auch mal die Avocados probieren wollten.

Lange Rede, kurzer Sinn: dies ist keine Kooperation, sondern einfach ein begeistertes Kundenerlebnis. Wenn ihr auch mal die Avocados probieren wollt, findet ihr sicher Leute, mit denen ihr euch eine Bestellung teilen könnt. Bei mir mit den Kollegen ist es sehr praktisch, ich nehme einmal einen Schwung mit ins Büro und habe vor Ort dann viele potenzielle Abnehmer, die sich gerne eine Lieferung mit mir teilen. Ich werde sicher in dieser Saison noch ein, zweimal bestellen und ab Februar dafür versuchen, mich dann auf unsere saisonalen Frühlingsfrüchte und Gemüse zu freuen.

 

 

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