Karma Konsum // 6 Tipps zum Plastikfasten bei Lebensmitteln

Ich habe mir schon länger mal überlegt, dass ich zu Beginn der Fastenzeit ja einige Tipps zum bewussteren Konsum mit euch teilen könnte. Schon seit über zwei Jahren versuche ich schrittweise kleine Dinge zu ändern und Nachhaltigkeit in meinen Alltag zu integrieren. Bei solchen Dingen finde ich es wichtig, den Weg der kleinen Schritte zu gehen und nicht alles auf einmal zu machen, sonst ist man gleich überfordert und scheitert. Dabei habe ich mittlerweile einige Routinen, die vielleicht für den ein oder anderen auch ganz nützliche Tipps sein können.

Egal ob man es ganz klassisch Fastenzeit – oder neudeutsch „Challenge“ nennt, ich finde es immer interessant, mal für einen Zeitraum auszuprobieren, auf gewisse Dinge zu verzichten. Danach kann man dann überlegen, wie schwer es eigentlich war und ob es sich lohnt, einige Verhaltensweisen in den Alltag fest zu integrieren oder zumindest als gewissen Luxus und nicht mehr für selbstverständlich zu sehen.

Warum man Plastik bzw. Verpackungen sparen oder auch „fasten“ sollte, ist sicher hinreichend bekannt. Vielleicht führe ich das an anderer Stelle nochmal genauer aus. Aber zwei Fakten haben sich in mein Hirn gebrannt und sind schon Argument genug:

1.) Wenn die Menschheit so weiter macht, wird es 2050 mehr Plastik im Meer geben als Fische.
2.) In Deutschland wird nur ein Bruchteil aus dem gelben Sack wirklich recycelt (circa 1/3).

Generell versuche ich nicht nur Plastik, sondern insgesamt meinen Verpackungsmüll auf ein Minimum zu reduzieren, was mir mal mehr mal weniger gut gelingt. Ich merke wirklich, dass ich mich viel wohler fühle, wenn ich in meinem Haushalt weniger Verpackungsumsatz habe und nicht ständig den Müll runtertragen muss. Fürs Einkaufen habe ich neue Quellen, neue Routinen gefunden. Es entschleunigt im Alltag und sorgt für mehr Abwechslung.

Hier kommen also meine Einsteiger-Tipps gegen den Verpackungswahn:

What i got #packagefree yesterday 🙌🏼🌿 gestern mal wieder Großeinkauf gemacht – und einiges ohne Verpackung bekommen – ab morgen machen der freund und ich die #veganforfitchallenge für 30 Tage um ein bisschen das aufgedunsene after Wiesn feeling zu verlieren. Ausserdem habe ich schon lange mit Neurodermitis und Migräne zu kämpfen und bei Autoimmunerkrankungen soll man ja eh auf Milchprodukte verzichten – ist jetzt quasi ein test mal ohne tierisches, Weißmehl und industriezucker, Alkohol und Kaffee 🙈💪🏼 ich bin gespannt ob ich durchhalte – und mein nicht vorhandenes Sportprogramm wird auch wieder aufgenommen. drückt mir die daumen 👊🏼 #fitfürweihnachtsplätzchen #bingespannt #flatlay #bulkisbeautiful #goinggreen

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1.) Stoffbeutel und Gemüsesäckchen mitnehmen

Einen Stoffbeutel für den spontanen Einkauf in der Handtasche dabei zu haben, ist wahrscheinlich  jedem bekannt. Es gibt aber auch Säckchen und Netze, die fast nichts wiegen und die man für kleinteiliges Obst und Gemüse verwenden kann. Generell finde ich es quatsch, größeres Gemüse wie  Paprikas oder Zuchini in eine Plastiktüte zu stecken. Die lege ich einfach so aufs Kassenband, man wäscht es vor dem Verzehr doch sowieso. Ich habe ein Set mit Säckchen verschiedener Größen von Naturtasche.de, einer fairtrade Marke aus München. Im Internet gibt es eine größere Auswahl an Anbietern, zum Beispiel auch hier. Wer nähen kann, kann sich solche Säckchen bestimmt auch leicht selbst aus Stoffresten machen. Wenn man nicht mehr daran gewöhnt ist, möchte man auch gar nicht mehr, dass das frische Obst und Gemüse vorher in Plastiksäckchen gepackt wurde. So lasse ich zB. Kirschtomaten oder Pilze direkt an der Kasse im Säckchen abwiegen. Generell kaufe ich bis auf ganz seltene Ausnahmen nur noch Obst und Gemüse das lose angeboten wird. Und glaubt mir, ich kaufe generell sehr viel Obst und Gemüse und finde immer verpackungsfreie Alternativen. Siehe auch Punkt 2 und 4.

2.) Ökokisten-Abo ausprobieren

Ökisten gibt es mittlerweile in ganz vielen Regionen. Hier auf der Homepage könnt ihr einfach eure Postleitzahl eingeben und schauen, wer euch beliefert. Je nach Anbieter könnt ihr euer Abo konfigurieren. Bei uns kommt die Kiste wöchentlich und liefert eine Auswahl an saisonalem Obst und Gemüse aus der Region für circa 15€ (Betrag habe ich selbst definiert). Bei unserer Ökokiste ist ein Online-Shop dabei und ich kann die Vorauswahl des Abos immer noch individuell ändern. Das Obst und Gemüse kommt fast immer unverpackt, schmeckt toll und wird mir in den vierten Stock bis vor die Wohnungstüre getragen. Es ist eine entspannte Möglichkeit biologisch und saisonal einzukaufen und die Bauern in der Region zu unterstützen. Diese Produkte braucht ihr dann schon nicht mehr verpackt im Supermarkt kaufen. Wenn ich zB. im Urlaub bin, kann ich nach Belieben eine Lieferpause online eintragen.

3.) Getränkekonsum überprüfen

Nachdem ich im vierten Stock ohne Aufzug wohne, habe ich es mir weniger aus ökoligischen sondern mehr aus Faulheitsgründen abgewöhnt, Wasser hoch- und dann Pfandflaschen wieder runterzuschleppen. Das Leitungswasser in Deutschland unterliegt dem Trinkwassergesetz, das strenger ist, als das Lebensmittelgesetz, unter das gekauftes, abgefülltes Wasser fällt. Da ich manchmal gerne Sprudel trinke, habe ich mir einen Sodastream angeschafft. Außerdem trinke ich viel Tee. Statt Limo oder Cola kaufe ich mir vor allem im Sommer gerne Fruchtsirup, den ich mit Sprudelwasser mische. Da reicht eine Flasche viel länger als bei Saft und Co und es schmeckt genauso lecker wie Saftschorle. Wenn ich unterwegs einen Kaffee trinken möchte, nehme ich meinen Bambus-Kaffeebecher mit. Es gibt unter anderem bei Starbucks 30cent Rabat, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Statt Kaffeekapseln nutzen wir einen italienischen Espressokocher für die Herdplatte. Spart auch Platz, weil wir keine Kaffeemaschine mehr haben, die am Strom hängt. Für Wasser und Co unterwegs nutze ich eine Edelstahlflasche. Das Geld, das ich für Getränke spare, gebe ich gerne für frisches (unverpacktes) Obst aus und mache mir Smoothies oder frischgepressete Säfte.

4.) Einkaufsroutinen brechen und neue Läden ausprobieren

Der Lebensmittel-Einkauf war für mich früher ein notwendiges Übel, was sich mittlerweile komplett geändert hat. Dadurch, dass ich einerseits versuche, Müll zu vermeiden und andererseits auch gerne genieße, vegan koche und einen Faible für frische, hübsche Lebensmittel und Obst und Gemüse habe, probiere ich immer wieder gerne neue Läden aus. Der schnelle Gang in den immer selben Supermarkt nach Feierabend wurde seltener. Wenn ich am Wochenende zuhause bin, bummele ich gerne über den Wochenmarkt oder gehe in den türkischen Supermarkt, wo es fast alles Obst und Gemüse unverpackt und tolle, günstige Kräuterbündel gibt. Ich weiß mittlerweile, welche Läden in meiner Nähe Frischetheken haben und nehme meine eigenen Gläschen für getrocknete Tomaten, Oliven und Co mit. Könnt ihr natürlich genauso bei Wurst und Käse machen. Ich bin auch ein großer Freund von Unverpackt-Läden. Unserer ist nicht in meiner unmittelbaren Nähe. Aber circa einmal im Montat bis alle sechs Wochen mache ich dort einen größeren Einkauf. Dort kaufe ich dann die Sachen, die es sonst nur verpackt gibt, wie Nudeln, Nüsse , Müsli, Kicherbsen und Co. Ich finde, wenn man einen Unverpackt-Laden in der Umgebung hat, der nicht gleich ums Eck ist,  muss man nicht extra dort hinfahren um einzukaufen. Ist man aber sowieso in der Nähe und hat Zeit, lohnt es sich, das ganze einfach mal einzuplanen und auszuprobieren.

Happy birthday 🎈 to you @ohne_laden ☺ ich freue mich, dass ihr nun schon seit einem Jahr in München seid und wünsche euch weiterhin viel Erfolg 💚 In anderen Städten öffnen dieses Jahr einige neue unverpackt Läden – und ich kann jedem empfehlen es mal auszuprobieren. Ich ersetze den Einkauf dort nicht 1:1 zum Supermarkt aber einmal im Monat ca komme ich vorbei und Fülle hauptsächlich meine trockenen Vorräte wie Nudeln, Mehl, Nüsse, etc auf – und bringe in der Tat viel seltener Müll runter ☺ Heute durften auch noch Tofu und Sojamilch direkt von einem bayerischen Famiilienbetrieb im Pfandglas mit sowie ein Ziegenkäse von der Ammerseekäserei ☺ mit #lesswaste #dontfeedtheplasticmonster #plasticfree #ohne_laden #groceries

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5.) Filterblase ändern

Auf viele Ideen, wie zum Beispiel mit den Säckchen für Gemüse bin ich nicht selber gekommen. Ich habe angefangen, auf Instagram, Facebook und Bloglovin nachhaltige Accounts zu abonnieren. So wird man ohne große Recherche laufend inspiriert und neugierig, mal was anderes aszuprobieren. Es ist keine Bürde nachhaltig zu leben, sondern bringt Abwechslung in den Alltag und kann richtig stylish sein. In meinem Umfeld außerhalb der Online Welt sind zerowaste oder Veganismus kein großes Thema und ich möchte auch nicht die Missionarin sein und ständig darüber reden. Trotzdem freue ich mich immer, wenn ich inspirieren kann und Neugierde wecken. Ich finde das Wort Influencer darf man nicht nur negativ sehen. Sondern man kann sich auf social Media gerade über solche Themen ganz entspannt austauschen, Informationen erhalten und sich inspirieren lassen. Jetzt kann man bei Instagram ja auch noch Hashtags folgen. Ich folge zB. dem hashtag #zerowaste. Tolle Blogger, die sich dem Thema Nachhaltigkeit und Zerowaste widmen sind unter anderem: mehralsgrünzeug, wastelandrebel, heylilahey,Roedluvan,  Franzi Schädel und viele mehr. (Auf den Blogs findet ihr die Links zu den jeweiligen Insta und Facebook-Seiten)

6.) Eigene Behälter mitnehmen und weniger Fertigprodukte kaufen

Wie zuvor geschrieben, kann man bei einigen Dingen Müll sparen, die auch noch praktisch sind (Ökokiste, Leitungswasser). Aber natürlich gibt es auch eine andere Seite der Medaille. Gerade wenn man unterwegs ist und schnell was essen möchte. Wenn man keine Lust zu kochen hat und sich was vom Lieferservice bringen lassen will, gibts meistens Müll. Aber auch da kann man mit kleinen Schritten Müll vermeiden. Lieber den Rest vom Abendessen in die Lunchbox packen, anstatt mittags einen eingeschweisten Plastiksalat zu kaufen. Und abends vielleicht beim Restaurant, das auf dem Heimweg liegt, anrufen und das bestellte Essen in den eigenen Behälter füllen lassen? In meine Lunchbox passen zB. einige Sushirollen gut rein. Die Box kann ich im Büro auswaschen und auf dem Heimweg befüllen lassen. Ich habe auch gemerkt, dass gesunde Ernährung, Clean Eating und Verpackungssparen oft Hand in Hand gehen. Wenn ich es zeitlich schaffe, backe ich manchmal Sonntags  „gesunde“ Kekse oder Kuchen für die Woche als Nachtisch vor, röste Kicherebsen oder nehme Nüsse als Snacks mit und kann so leichter auf Chipstüten und Schokoriegel verzichten. Damit spare ich nicht nur Zucker sondern auch Verpackung. Wenn ihr euch von meinen Lunchboxen inspirieren lassen möchtet, könnt ihr gerne meinem Hashtag #municornslunch auf Instagram folgen.

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